Inair Glasses Vorschau: Ein räumlicher Computer zum Tragen

Da künstliche Intelligenz und tragbare Geräte immer stärker verschmelzen, entwickeln sich AR-Brillen endlich vom bloßen Zeitvertreib hin zu echter Produktivitätssteigerung. Die Inair Glasses sind ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Doch sie sind nicht einfach nur ein weiteres tragbares Display – sie sind ein eigenständiger räumlicher Computer .
Lassen Sie uns genauer betrachten, was die Inair Glasses zu einem potenziellen Gamechanger in der Art und Weise macht, wie wir arbeiten, Inhalte erstellen und mit ihnen interagieren.
1. Mehr als nur ein Display: Ein autarker, Android-basierter Computer
Anders als die meisten AR-Brillen auf dem Markt, die eine Verbindung zu einem Smartphone, Laptop oder PC benötigen, funktionieren die Inair Glasses als eigenständiges Computergerät . Sie laufen mit einem vollwertigen Android-System und sind mit dem zugehörigen Inair Pod gekoppelt. Dadurch bieten sie volle Autonomie – man kann sie sich wie ein Smartphone mit integriertem Display vorstellen.
Sobald man sie aufsetzt, erscheint einem ein scheinbar 134 Zoll großer, schwebender Bildschirm vor den Augen. Das ist keine Übertreibung – es basiert auf der tatsächlichen virtuellen Bildschirmgröße, die Nutzer erleben, und das Erlebnis ist absolut immersiv. Ob man E-Mails schreibt, auf mehreren Websites surft oder ein Video anschaut: Dieser riesige virtuelle Arbeitsbereich eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Multitasking und Informationsmanagement.
2. Multi-Window-Funktion: Bis zu sechs Bildschirme gleichzeitig
Eine der beeindruckendsten Funktionen der Inair Glasses ist die Möglichkeit, bis zu sechs unabhängige Fenster gleichzeitig zu öffnen und anzuordnen . In unserer ersten praktischen Vorabversion konnten wir einen Browser, eine Notiz-App, einen Kalender und einen Videoplayer gleichzeitig im selben Fenster anzeigen lassen.
Allerdings ist das Sichtfeld auf 46 Grad begrenzt . Das bedeutet, dass Sie Ihren Kopf leicht bewegen müssen, um verschiedene Fenster im Blick zu haben. Es ist vergleichbar mit der Nutzung eines Ultrawide-Monitors oder eines Desktop-PCs mit mehreren Bildschirmen – die Inhalte sind zwar vorhanden, aber räumlich verteilt. Für Nutzer, die es gewohnt sind, mit Tastenkombinationen oder Mausklicks zwischen Anwendungen zu wechseln, ist diese Kopfbewegung zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, bietet sie ein überraschend flüssiges Benutzererlebnis.
3. Mehrere Eingabemethoden für unterschiedliche Benutzerstile
Die Inair-Brille wird mit einer Bluetooth-Tastatur geliefert – ideal für alle, die viel tippen müssen. Die Tastatur verfügt über ein integriertes Touchpad zur Cursorsteuerung und für grundlegende Gesten. Wer die Tastatur nicht mitnehmen möchte, kann die berührungsempfindliche Fläche des Inair Pods nutzen – ähnlich dem Trackpad eines Laptops – für einfache Navigation, Wischgesten und Auswahl.
Für Nutzer, die nicht so gut im Zehnfingersystem sind, hat Inair außerdem berührungsempfindliche Bedienelemente am Brillenbügel integriert. Damit lässt sich die Transparenz der virtuellen Anzeige anpassen. Das ist besonders in öffentlichen Bereichen oder im Freien hilfreich, wo man visuelle Ablenkungen reduzieren und die reale Umgebung besser wahrnehmen möchte.
Mit anderen Worten: Egal ob Sie am Schreibtisch sitzen oder sich bewegen, Inair hat mehrere Interaktionsebenen entwickelt, die für verschiedene Szenarien geeignet sind.
4. Die InAir-Kapsel: Nicht nur Hardware, sondern ein KI-Gehirn
Das Herzstück des Inair-Systems ist der Inair Pod , ein tragbarer Computer, der mehr kann, als nur die Brille mit Strom zu versorgen. Er verfügt über einen leistungsstarken Qualcomm-Prozessor und läuft mit einer vollwertigen Android-Umgebung, sodass Sie Apps installieren, Produktivitätstools nutzen oder bei Bedarf sogar per Fernzugriff auf Ihren PC zugreifen können.
Und jetzt wird es interessant: Der Pod ist als KI-gestützter Assistent konzipiert. Zukünftige Firmware-Updates werden voraussichtlich Funktionen wie Terminplanung in natürlicher Sprache, kontextbezogene Suche, intelligente Dateinavigation und proaktive Erinnerungen einführen. Ziel ist es nicht nur, Ihnen Zugriff auf Ihre Apps zu ermöglichen, sondern Sie intelligent bei deren effektiverer Nutzung zu unterstützen .
Hierin liegt die Besonderheit des Inair-Ökosystems – es vereint AR-Display, räumliche Schnittstelle und KI-Verarbeitung zu einer einzigen, zusammenhängenden Plattform.
5. Akkulaufzeit und Portabilität: Leistung und Mobilität im Gleichgewicht halten
Die Akkulaufzeit ist bei Wearables stets ein entscheidender Faktor, und die Inair Glasses bilden da keine Ausnahme. Aktuell wird eine Akkulaufzeit von 4 Stunden bei kontinuierlicher Nutzung angegeben, was für AR-Headsets durchaus üblich ist. Zum Vergleich: Die meisten VR-Headsets, wie beispielsweise die Meta Quest-Serie, liegen in einem ähnlichen Bereich.
Im Alltag dürfte das für Meetings, kreative Sessions, Flüge oder konzentriertes Arbeiten völlig ausreichen. Und da Brille, Pod und Tastatur alle leicht und tragbar sind, lassen sie sich problemlos überallhin mitnehmen – sei es für eine Kundenpräsentation oder zum kreativen Schreiben im Café.
Die Brille selbst ist elegant und überraschend dezent – kein klobiger Kopfbügel oder ein auffällig „technischer“ Look. Das ist ein großer Pluspunkt für Nutzer, die eine unauffällige, stilvolle Smart-Brille suchen.
6. Preis und Verfügbarkeit
Die Inair-Brille kostet rund 800 US-Dollar und soll voraussichtlich im März 2025 auf den Markt kommen. Angesichts des Lieferumfangs – AR-Brille, Computer-Hub und Tastatur – ist sie im Segment der High-End-Wearables oder tragbaren Computergeräte durchaus wettbewerbsfähig.
Es ist klar, dass Inair nicht nur Technikbegeisterte anspricht, sondern auch Fachleute, Fernarbeiter, Kreative und alle, die sich von der Arbeit am Schreibtisch befreien wollen.

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INAIR-Brille: Ein Blick in die Zukunft des räumlichen Rechnens auf der CES 2025